... zum Thema "Offener Garten":

Begonnen hat das Phänomen vor mehr als 75 Jahren in England. Dort litt damals das Queen's Nursing Institute, das Krankenschwestern in die Armenviertel der Städte entsandte, an akuter Geldnot. Um diese zu lindern, entstand die Idee, besonders schöne private Gärten für «a shilling a head» - einen Schilling pro Kopf - an bestimmten Tagen zu öffnen. Bei Gartenbesitzern wie Besuchern stieß das Angebot auf ungeheures Interesse.

Von England schwappte die Idee über die Umwege Australien,
USA, Belgien und Niederlande nach Deutschland, allerdings ohne sozialen Hintergrund. Der Zutritt zu den Gärten ist hier meist kostenfrei, erhoben wird höchstens eine kleine Aufwandsentschädigung für die Gartenbesitzer. Schließlich sehen sich diese mitunter großem Besucherandrang gegenüber.

Was macht die «Offene Gartenpforte» so attraktiv?
Eine große Rolle spielt die Neugier: Das Betreten privater Gärten ist ein Ausflug in sonst versperrtes Terrain, wo sich Überraschungen auftun und erstaunliche Schönheiten verbergen. Zudem besteht Gelegenheit, mit anderen Gartenfreunden ins Gespräch zu kommen und zu fachsimpeln. Oft gehört auch ein Austausch von Samen- und Stecklingen dazu, und manche Gartenbesitzer laden sogar zu einem Tässchen Tee auf der Terrasse.

Die Dimensionen der Gärten mit «offener Pforte» sind höchst unterschiedlich. Mal ist es eine nur 70 Quadratmeter kleine grüne Oase, dann wartet ein Park mit 15 000 Quadratmeter Fläche auf Gäste. Wer auf sich die Suche nach den schönsten Gartenparadiesen machen will, wird am sichersten im Internet fündig.